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Das laute Schweigen der Glocken, hier siedeln sie Hölderlin - „Weh mir“ denke ich, denke an „Die Mauern stehn / Sprachlos und kalt, im Winde / Klirren die Fahnen.“ - hier siedeln sie Hölderlin in die Straßennamen, und Hesse haben sie auf Straßenschilder geschrieben. An Narziß und an Goldmund denke ich und wie er noch sagt „Aber wie willst denn du einmal sterben, Narziß, wenn du doch keine Mutter hast?“, denke daran, dass er nur wenige Orte entfernt geboren wurde, uns ist der Steppenwolf oft näher als der Mitschmerz Domins, auch sie besuchte ihn, der doch keine Besucher wünschte, der er selbst ein Wolf war, hungriger als man glauben mag, wie ich, wie wir, mit dem Maul in die Lende des Lebens verbissen, allem Schütteln und Abwehren zum Trotz das Fleisch nicht loslassen, nicht loslassen bis genug gerissen ist.
Und Hölderlin umrahmen Goethe und Schiller, im Rauschen der Motore sich um „Heimat / Und niemand weiß.“ rankend, manchmal schaut jemand vom Balkon, wendet den Blick den ich erwidere und dann denke ich an Hebbel, nach dem sie keine Straße benannten, ich denke an sein Sommerbild: „So weit im Leben, ist zu nah am Tod!“
Genießen will ich ihn und auskosten, wenn er denn kommt: diesen verdammten Tod, ist er mir doch nur einmal vergönnt.
Und letztendlich lande ich immer bei Paul Celan, bei „Fadensonnen / über der grauschwarzen Ödnis. / Ein baum- / hoher Gedanke / greift sich den Lichtton: es sind / noch Lieder zu singen jenseits / der Menschen.“, darunter gilt zu setzen „Wir haben Salz bei uns.“, denn Grass bricht den Kreis wieder auf, für mich und für uns die wir folgen.

14.12.07 19:39
 
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